Nahverkehrsplan

Kurzbeschreibung:

Der Nahverkehrsplan (NVP) bildet das formelle Grundgerüst für die Organisation und Qualität des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Im NVP werden die Anforderungen an Busse und Bahnen definiert und Ausbaubedarfe beschrieben und bewertet. Die Stadt Gießen nimmt gemäß § 5 des „Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr in Hessen“ (ÖPNVG) als Aufgabenträger die Aufgabe des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) als Selbstverwaltungsaufgabe wahr. Zu seinen Aufgaben gehört es, eine ausreichende Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr nach § 14 ÖPNVG sicherzustellen.

Der aktuelle NVP der Universitätsstadt Gießen wurde in seiner derzeit geltenden Fassung gemeinsam mit dem Landkreis-NVP erstellt und am 19.02.2015 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Der Landkreis-NVP wird seit 2018 unabhängig vom städtischen NVP neu aufgestellt. Der NVP für die Universitätsstadt Gießen wird nun fortgeschrieben. Seit 2014 verzeichnete Gießen ein enormes Bevölkerungswachstum. Der Stadt kommt zudem als Oberzentrum Mittelhessens und Hochschulstandort eine besondere Bedeutung als Ziel für zahlreiche Menschen zu. Gleichzeitig haben die Belangen des Umwelt- und Klimaschutzes an Bedeutung gewonnen – im Bereich der Mobilität ist ein starker Umweltverbund – mit dem ÖPNV als Rückgrat – von großer Bedeutung. Angesichts dieser Entwicklung sind die Anforderungen an einen attraktiven ÖPNV gestiegen.

Die Stadt Gießen hat das Planungsbüro Planersocietät mit Sitz in Dortmund, das parallel auch an der Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplans arbeitet, mit der Fortschreibung des NVP der Universitätsstadt Gießen beauftragt.

Die Stadt Gießen hat das Planungsbüro Planersocietät, das parallel auch an der Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplans arbeitet, mit der Aufstellung des NVP beauftragt.

Räumliche Lage:

Stadt Gießen

Angestrebte Ziele:

Ziel der Neuaufstellung ist die Konzeption von Angeboten, die große Teile der Bevölkerung ansprechen und zu einem Umstieg auf Busse und Bahnen bewegen. Insbesondere hinsichtlich des Fahrgastrückgangs aufgrund der Corona-Pandemie ist es notwendig. Den Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr (wieder) zu stärken und zu fördern, um die auf den Klimawandel bezogenen Ziele erreichen zu können. Zudem kommt dem ÖPNV eine große Bedeutung hinsichtlich der Daseinsvorsorge zu. Hierfür ist ein Ausbau nötig – sei es im Angebot, in den Kapazitäten, in Bezug auf die Barrierefreiheit oder die Reduzierung von Emissionen.

Er muss den Zielen und Anforderungen der Raumordnung, der Landesplanung, der Stadtentwicklung, des Umweltschutzes sowie der Wirtschaftlichkeit und den geltenden Gesetzen genügen und die Vorgaben aus der derzeit laufenden Fortschreibung des Regionalen Nahverkehrsplan des Rhein-Main-Verkehrsverbundes sowie benachbarter Aufgabenträger berücksichtigen.

Voraussichtlich Betroffene:

Alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gießen sowie alle Verkehrsteilnehmer in der Stadt Gießen

Kosten:

Es treten Kosten für die Beauftragung der Büros auf.

Beabsichtigte Verfahrensschritte:

1. Grundlagenermittlung und Mängelanalyse
2. Anforderungsprofil/ Entwicklungsszenario
3. Angebotskonzeption

Bürgerbeteiligung:

Den ÖPNV betreffende Ideen und Anregungen konnten bis zum 20.09.2020 im Online-Ideenmelder zum Verkehrsentwicklungsplan eingebracht werden.

Die Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Träger öffentlicher Belange fand im Zeitraum vom 15.11. – 19.12.2022 statt. Alle relevanten Unterlagen sind unter folgendem Link zu finden:

https://www.giessen.de/Leben/Verkehr-und-Mobilit%C3%A4t/Verkehrsplanung/Nahverkehrsplan/

Eine Infoveranstaltung für die Öffentlichkeit zur Vorstellung der Studie hat am Montag, 21.11.2022, 18 – 20 Uhr, als Online-Veranstaltung mit rund 100 Teilnehmer*innen stattgefunden.

Weitere Informationen:

Stadtplanungsamt, Berliner Platz 1, 35390 Gießen
Tel.: 0641 306-1351, Fax.: 0641 306-2352, E-Mail: stadtplanungsamt@giessen.de

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Zuständiges Amt
Status

Kommentare (13)

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Emely Green

ID: 845 19.12.2022 17:10

Um die Verkehrsanbindung auch aus den umliegenden Kommunen möglich zu machen, sollte die Linie 1 bis nach Hüttenberg verlängert werden.

Kersten Nette

ID: 844 16.12.2022 21:04

Verbesserungen im Bestandsnetz auf der Linie 5/15 sollten zeitnah umgesetzt werden:

- Linie 15: Taktverdichtung auf <30min wochentags und <60min am Wochenende.

- Kein Einsatz von Kurzbussen zwischen Bahnhof und Wieseck am Wochenende (insbesondere abends), diese sind generell überfüllt.

- Anschlussverbindung Linie 15 zur Linie 1 am Berliner Platz aufeinander abstimmen.

Andreas Deitmer

ID: 842 13.12.2022 15:32

Als blinder Anwohner der Schlangenzahl begrüße ich die im Nahverkehrsplan vorgesehene direkte Anbindung der Haltestelle Siegmund-Heichelheim-Straße an den Bahnhof. Jedoch sollte die Linie 3 unbedingt auch weiterhin die Haltestellen "Siegmund-Heichelheim-Straße" und "Schlangenzahl" bedienen, um eine umstiegsfreie Anbindung an die gießener Innenstadt zu gewährleisten. Dies betrifft neben älteren und (schwer)behinderten Anwohner*innen auch viele Schüler . Insbesondere morgens ist zu beobachten, dass die Busse bereits an der Haltestelle Schlangenzahl voll mit Schüler*innen besetzt sind.

Ali Gürler

ID: 841 13.12.2022 14:39

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Ali Gürler, ich bin Mitarbeiter an der Technischen Hochschule Mittelhessen im Zentrum für blinde und sehbehinderte Studierende an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Für die Einordnung meines Anliegens ist es für Sie wichtig zu wissen, dass ich blind bin und meine Frau stark gehbehindert und auf einen Rollator angewiesen ist. Gerne möchte ich zu dem Nahverkehrsplan 2022 der Stadt Gießen wie folgt Stellung nehmen:

Meine Frau und ich wohnen in der Walter-Süskind-Straße, unmittelbar in der Nähe sind die Bushaltestellen Siegmund-Heichelheim-Straße sowie Georg-Haas-Straße, etwas weiter entfernt befindet sich die Bushaltestelle Zahnklinik. Von diesen Haltestellen aus können wir barrierefrei in die Innenstadt gelangen, da, vor allem für meine gehbehinderte Frau, aber auch für mich als blinde Person, die genannten Haltestellen sehr gut zu erreichen sind. Wir haben zur Kenntnis genommen, dass unser Gebiet zwar nun mit einer direkten Verbindung mit der Linie 10 an den Bahnhof angeschlossen werden soll, jedoch wird, laut Ihrer Planung, von der Siegmund-Heichelheim-Straße oder
Georg-Haas-Straße kein Bus direkt zum Berliner Platz, respektive in die Innenstatt, wohin meine Frau und ich jeden Tag fahren, verkehren. Da ich an der THM arbeite, fahre ich jeden Tag zum Berliner Platz. Für mich mag die Strecke von der Walter-Süskind-Straße bis zur Bushaltestelle Zahnklinik, um in die Innenstadt zu fahren, überwindbar sein, für meine Frau als Gehbehinderte mit ihrem Rollator wird jedoch eine wichtige Anbindung von den Bushaltestellen Siegmund-Heichelheim-Straße sowie Georg-Haas-Straße in die Innenstadt genommen, sodass sie einen körperlich viel anstrengenderen Aufwand betreiben muss, um sich mit ihrem Rollator zur Haltestelle Zahnklinik zu begeben, um in die Innenstadt fahren zu können. Zwar trägt die Stadt Gießen den Bedürfnissen von Bahnhofspendlern des Wohngebietes Schlangenzahl mit der neuen Nahverkehrsplanung Rechnung, jedoch auf Kosten von mobilitätseingeschränkten Menschen, die jeden Tag in die Innenstadt zu ihrer Arbeitsstelle pendeln müssen. Wichtig zu erwähnen ist mir, dass ich auf keinen Fall die Wichtigkeit der Anbindung an den Bahnhof des Wohngebietes Schlangenzahl in Frage stellen möchte, jedoch behaupte ich, dass eine Mehrzahl der Bewohner aus unserem Wohngebiet Schlangenzahl regelmäßig in die Innenstadt Gießens fährt und im Übrigen auch auf diese Anbindung angewiesen ist. Nicht zuletzt möchte ich mir auch die Benerkung erlauben, dass an den Bushaltestellen Siegmund-Heichelheim-Straße sowie Georg-Haas-Straße auch viele Schüler Morgens die Busse in die Innenstadt besteigen, um zu ihren Schulen zu gelangen.

Aufgrund meiner gemachten Anmerkungen möchte ich Sie dringend darum bitten, den Nahverkehrsplan 2022 für die von mir genannten Stellen zu überarbeiten und mobilitätseingeschränkte Personen wie Gehbehinderte, blinde oder auch ältere Menschen nicht von der Innenstadt abzuschneiden, denn genau dies tut der aktuelle Plan in seiner jetzigen Ausführung.

Mit freundlichen Grüßen,

Ali Gürler

Marco Blum

ID: 840 11.12.2022 17:34

Ist es möglich, auch vor den geplanten Änderungen des "neuen" Stadtbusnetzes schon Verbesserungen im Bestandsnetz vorzunehmen? Insbesondere folgende sind m. E. unerlässlich:

- 30-Minuten-Takt auf der Linie 10 an Samstagen (am besten auf der gesamten Strecke, mind. aber zwischen Unterhof und Philosophikum). Dann lässt sie die Linie auch zum samstäglichen Einkaufen und Reisen nutzen. Weiterhin ein früher einsetzender 60-Minuten-Takt an Sonn- u. Feiertagen (ggf. als Linientaxi, wie bereits auf den Linien 3 und 7 praktiziert)

- jeweils 60-Minuten-Takt auf den Linien 801 und 802 mind. zwischen Westschule und Philosophikum. Die Weststadt wäre halbstündlich erreichbar und das Schiffenberger Tal bekäme endlich ein anständiges Sonntagsangebot (Wohnhäuser, Unibibliothek und Schnellrestaurants sollten gemeinsam genügend Fahrgastpotenzial bieten).
Alternativ könnte im Schiffenberger Tal auch ein sonntäglicher Ringbusverkehr (wie bei den Regionalbuslinien 378/379) eingerichtet werden (Berliner Platz <> Sternmark <> Sandkauter Weg <> Philosophikum <> Ostschule <> Nahrungsberg <> Berliner Platz). Schon ein einzelner Bus reicht aus, um alle Stationen 2x pro Stunde anzufahren

Gina Reichl

ID: 839 07.12.2022 14:40

Ich möchte nochmal auf die schlechte Anbindung eines Innenstadtbusses, der 7, hinweisen. Wenigstens bitte zu den Stoßzeiten zwischen 6:30 und 8:00 Uhr vermehrt, damit Schüler auch in die Schule befördert werden können. Immer mehr junge Familien wohnen hier, die Schüler, die die Pestalozzischule verlassen haben werden zuhauf mit Autos in weiterführende Schulen gebracht. Das kann ja nicht Sinn und Zweck des ÖPNV sein. Und auch für Berufstätige wäre das sicherlich hilfreich. Dann steigt auch die Auslastung, die im Berufsverkehr übrigens gegeben ist.

Dr. Hans-Joachim Grommelt

ID: 838 07.12.2022 12:37

Die Werbung auf den Busscheiben stört den Durchblick aus dem Bus. Sie soll deshalb entfernt werden.

Michel Zörb

ID: 837 29.11.2022 12:20

Die Aufteilung der Linie 1 bzw. die Verlängerung der neuen Linie 4 ggf. auch bis nach Rechtenbach zur Anbindung an das dortige Nahversorgungszentrum sollte früher erwogen werden. Dabei kann auch eine Expressvariante zielführend sein in Zusammenarbeit mit dem LK Lahn-Dill, um Rechtenbach und andere Dörfer schnell an den Gießener Bahnhof anzubinden. Die aktuelle Reisezeit der Linie 310 könnte durch eine direkte Führung über Lützellinden und wenige Halte mehr als halbiert werden. Auch für die Bewohner:innen von Lützellinden würden sich so konkurrenzfähige Reisezeiten zum MIV ergeben.

Marco Blum

ID: 836 27.11.2022 21:53

In einer Stadt wie Gießen sollte es möglich sein, von allen bewohnten Gebieten ca. im 15-Min.-Takt zu den wichtigsten Orten zu gelangen. Dazu wäre Folgendes schön:

- Erweiterung der Linie 3 über den Schwarzacker hinaus bis zum Unterhof (d. h. gemeinsam mit Linie 13 alle Viertelstunde). Dazu müssten nur die Poller in der Straße Schwarzacker weg und ggf. ein Parkverbot oder Gehwegparken her. Da die Gesamtstrecke der neuen Linien 3 und 13 jeweils über eine halbe Stunde dauert, könnte am Unterhof Pause gemacht werden und ggf. als Linie 8 weitergefahren werden und umgekehrt. Da die Linie 8 die stark nachgefragte Relation von den Wohnheimen Unterhof u. Legoland zum Philosophikum übernimmt, sollte es auch dort wieder wie bisher schon Verstärkerfahrten zur Vorlesungszeit geben, am Besten alle 15 Min. Die durch die neuen Linienführungen entfallene Direktverbindung zwischen Unterhof und Bahnhof könnte durch passende Umstiegszeiten an der Petruskirche (Linie 3 <> Linie 10) und am Riegelpfad (Linie 13 <> Linie 18) aufgefangen werden. Wichtig ist hierbei, dass es endlich möglich wird, alle Züge der Main-Weser-Bahn zu erreichen. Bisher werden diejenigen nach Marburg/Kassel gut erreicht, aber die nach Friedberg/Frankfurt um wenige Minuten verpasst.

- zusätzliche Busse in den Wohngebieten Philosophenwald und Sandfeld. Die bereits geplanten Linien 7 und 14 könnten zusätzlich zu ihren regulären 30-Min.-Takten durch zwei Busse ergänzt werden, die am Berliner Platz die Linie wechseln und in das jeweils andere der beiden Wohngebiete weiterfahren.

- die Linie 6 sollte von Vornherein im 30-Min.-Takt verkehren und über den Bachweg hinaus bis nach Kleinlinden zum Bürgerhaus geführt werden. Somit wären auch die Wohngebiete an der Wetzlarer Straße besser angebunden, die bisher nur alle 30-60 Min. mit der WVB-Linie 11 erreicht werden. Die Margaretenhütte erhielte mit den Linien 6, 310 und 378/379 vier Fahrten die Stunde, ebenso Petersweiher mit den Linien 6, 375 und RB46.
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Moderation MB

Kommentar der Moderation
ID: 835 25.11.2022 13:43

Keine Gelenkbusse mehr durch Kleinlinden

( - diese Anregung ging per E-Mail ein - )