Ein neuer Name für das ehemalige „Motorpool-Gelände“

Die ehemaligen Pendleton Barracks wurden – ausgenommen vom Motorpool-Areal – bereits im Zuge der Konversionsentwicklung in einen funktionsfähigen Wohn- und Einzelhandelsstandort umgewandelt. Seit 2016 steht die am östlichen Innenstadtrand gelegene Fläche des ehemaligen Motorpool-Areales zur Umstrukturierung und städtebaulichen Integration zur Verfügung.

Das rund 4 ha große Plangebiet befindet sich zwischen der Lincolnstraße im Westen, der bestehenden evangelischen Wohnsiedlung im Norden, der geplanten Grünfläche im Osten und der Hannah-Arendt-Straße im Süden. Aufgrund seiner Lagegunst zu den Naherholungsflächen Philosophenwald und Wieseckaue sowie der optimalen Verkehrsanbindung an das übrige Stadtgebiet bietet der Standort optimale Voraussetzungen zur Entwicklung eines innenstadtnahen Wohnstandortes.

Städtisches Planungsziel ist die Entwicklung eines durchmischten Wohnquartiers mit Sozialwohnungen, Geschosswohnungsbau und Reihenhäusern, das vor allem bezahlbaren Wohnraum für Familien und Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen bietet.

Der zentrale Bereich ist für gemeinschaftliche Wohninitiativen vorbehalten. Die Umsetzung gemeinschaftlicher Wohnformen ist mit dem städtischen Anspruch verbunden, Wohnraum für alternative Lebensmodelle zu realisieren. Angrenzend an die Wichern-Kirchengemeinde wird eine Kindertagesstätte als Familienzentrum entstehen. Durch die benachbarten Mischgebietsflächen können auch quartiersbezogene Dienstleistungen angeboten werden.  

Die angemessene verdichtete und raumbildende Bauweise erlaubt ein hohes Maß an Durchgrünung und Freiräumen. Im Osten entsteht dabei eine markante und quartiersprägende, gleichzeitig auch als Begegnungsraum fungierende Grünzäsur mit Trennwirkung zum parallel entstehenden immissionsarmen Gewerbegebiet.

Insgesamt wird das Neubaugebiet auch neue energieeffiziente Maßstäbe setzen. Im Rahmen des innovativen Projektes „FlexQuartier“ wird in einem Verbundprojekt zwischen der Technischen Hochschule Mittelhessen, der Stadtwerke Gießen, der Mittelhessen Netz GmbH, der Smart Power AG und der Stadt Gießen ein nachhaltiges vom Bundeswirtschaftsministerium gefördertes Modellprojekt umgesetzt, bei dem auf mindestens 50 Prozent aller Wohndachflächen Photovoltaikanlagen errichtet werden. Dabei wird ein technologisch neuartiges Speichersystem als Kernstück des Energiemanagements installiert.

Zusammenfassend entsteht ein sozial ausgewogenes, energetisch weitgehend autarkes und ökologisch zukunftsfähiges Wohnquartier, das neue Chancen sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe verspricht und gleichzeitig alle modernen und innovativen Formen des Bauens und urbanen Zusammenlebens erfüllt.
 
Der Teilbereich des ehemaligen Motorpool-Areals, der als Wohnquartier entwickelt wird, verändert die Funktion und den Charakter der gegenwärtigen Brachfläche, auf der einst technische Hallen und Werkstätten der US-Streitkräfte standen. Daher wünschen wir uns eine konsensgetragene Namensgebung für das neue Wohnquartier, die vor allem eine breite Akzeptanz aus der Bürgerschaft erfährt.

Wir bitten Sie um rege Mitwirkung, kreative Ideen und konstruktive Kommentare.