Radtour auf den Mount Everest in Wettenberg

Erstellt von Daniel Mauser am 06.06.2020 um 10:20 Uhr
Radel-Geschichte

Eines der steilsten Everestings der Welt mit 10 000 Höhenmeter- Dieses Vorhaben kristallisierte sich während der letzten Jahre heraus. Der Falkenberg, relativ unbekannt, aber er hat etwas zu bieten. Gegenüber der Burg Gleiberg und vor dem umso bekannteren Dünsberg führt die Zufahrt auf ca. 350m Länge schnurgerade, mit im Durchschnitt ca 15% Steigung, bergauf. Man wird für verrückt erklärt wenn man diesen mehr als einmal erklimmt. Dieser schöne Hügel war über die letzten 4 Jahre mein Fitnessstudio. Über 3500 Mal bin ich diesen Berg mit dem Rad hochgeklettert. Anfangs war es nur der Trainingsberg für andere Projekte. Jedoch gab es den Traum an diesem Berg etwas verrücktes, ein Everesting, zu schaffen.
2020 sollte dieser Plan in die Tat umgesetzt werden. Seit Ende 2019 wurde der Falkenberg noch öfter und teilweise auch noch nach Mitternacht von mir hoch und runter geradelt. Wenn es irgendwann gelingen sollte, dann jetzt. Der 29.6.2020 war der geplante Termin.
Um 4:24 Uhr stand ich mit meinem Cannondale Caad 13 am Fuße des Falkenberg und konnte endlich die lange erwartete Fahrt beginnen.
Meine längste Trainingseinheit waren 52 Wiederholungen. Für das Everesting (8848Hm) waren ca. 190 nötig. Ich wollte jedoch, sollten es die Beine zulassen, die 10 000Hm voll machen. Über 210 Bergauffahrten würden mir also bevorstehen.
Die beiden Garmin Fahrradcomputer zeichneten die Fahrt auf. Ich fühlte mich gut und die Höhenmeter stapelten sich unter mir. Die ersten Besucher kamen schon vor Arbeitsbeginn auf eine Stippvisite und zum Anfeuern vorbei. Ich kam zügige voran und die Unterstützer und Besucher wechselten "pandemiekonform" als ob es abgesprochen wäre. Von der Unterstützung und dem Interesse so vieler Radbegeisterten war ich beeindruckt und war ab und an innerlich schon fast den Tränen nahe.
Ein Hungertief gab es kurz vor der angekündigten Mittagspause mit Maultaschen (als gebürtiger Schwabe gehört sich das so). Nach der Pause war der Akku wieder voll und das Ziel schon nahe.
Um 17:08 Uhr und 11:06 Stunden Fahrtzeit war der Everest sinnbildlich erklommen. Wie gehofft waren die Beine noch gut und nun würde auch die magische Marke von 10 000 Höhenmeter angegangen.
Um 19:55 Uhr und nach 12:50 Stunden Fahrtzeit stand ich dann 10 176 Meter über dem Falkenberg und war nur 150km weit gefahren.
Ich hatte es geschafft!

Nun ist das ganze Spektakel schon über eine Woche her und die Pläne für das nächste Mittelhessenradabenteuer wachsen schon...

Fakten:
150km Fahrtstrecke
10 176 Höhenmeter
12:50 Stunden Bewegungszeit
15:31 Stunden Gesamtzeit
214 Falkenbergrepeats

Foto: https://www.radsportnachrichten.com/