Fußgängerleitsystem

Kurzbeschreibung:

Das Planungsbüro GeoPlan aus Bayreuth hat unter Federführung einer verwaltungsinternen Arbeitsgruppe den Entwurf für ein Fußgängerleitsystem (Download PDF, 9 MB)  für den Bereich zwischen dem Bahnhof und der Gießener Innenstadt erarbeitet. Durch die Arbeitsgruppe wurden die verkehrlichen Anknüpfungspunkte sowie die aufzunehmenden Ziele festgelegt. Das System basiert auf einer Kombination von Infostelen und ergänzenden Wegweisern. Die Ziele der ersten Ebene mit der größten Bedeutung werden mittels Richtungsanzeige mit Gehzeitangaben direkt ausgewiesen, die übrigen Ziele werden auf Stadtplänen auf den Infostelen per Planlegende und durch Symbole dargestellt.

Das Leitsystem soll nicht vorrangig ein analoges „Navigationssystem“ sein. Vielmehr soll es auf touristische und wichtige Kultur-, Verwaltungs- und Bildungseinrichtungen aufmerksam machen und beim Aufsuchen dieser Ziele grundsätzliche Orientierung bieten. Besucher nur auf kürzestem Weg zu allen denkbaren Zielen im Stadtgebiet zu leiten, ist daher nicht die wichtigste Funktion des Leitsystems.

Das beauftragte Planungsbüros hat langjährige Erfahrung in der Planung von Fußgängerleitsystemen, zum Beispiel für die Städte Freiburg, Ansbach, Rothenburg ob der Tauber oder Bayreuth. Bei der Anzahl der Stelen und Wegweiser orientierte sich GeoPlan mit 10 Infostelen und 41 Standorten für Wegweisungsschilder an dem üblichen Umfang der Beschilderung und Wegführung in Städten vergleichbarer Größe, welcher sich als guter Kompromiss aus Funktionalität, Benutzbarkeit, Kosten und Stadtbildbeeinträchtigung erwiesen hat.

Die Umsetzung des Fußgängerleitsystems wird nach Überarbeitung des Entwurfes dann erst nach einer weiteren Feinplanung durch das Tiefbauamt erfolgen.

Räumliche Lage:

Innenstadt

Angestrebte Ziele:

Bessere Sichtbarkeit der Sehenswürdigkeiten im Stadtbild und Stärkung der Orientierung

Voraussichtlich Betroffene:

alle Bürger*innen

Kosten:

Kosten sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.

Verfahrensschritte:

Offenlage: 15.05.2019 - 17.06.2019

Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am 26. September 2019

Bürgerbeteiligung:

Eine Kurzfassung des Konzepts und des Verfahrensablaufs ist hier einsehbar.

Weitere Informationen:

Stadtplanungsamt
E-Mail: stadtplanungsamt@giessen.de
Tel. 0641 306-1351

Kategorien

Zuständiges Amt
archiviert

Kommentare (3)

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Rainer Arno Lingner

ID: 280 17.06.2019 14:35

Nachdem ich mich "Zwangsregistrieren" musste, was noch NICHT mal mit meiner Hauptemailadresse rainer@lingner.blog möglich war, zum Thema.
Man hat in Gießen schon immer oftmals ohne Sinnverständniss für die Belange Behinderter gearbeitet. Wenn ich daran denke wie lange der Fahrstuhl am Stadttheater gebraucht hat.
Aber zum aktuellen Projekt. "Wesentliche Verbesserung ... für die nicht beeinträchtigte Bevölkerun" und "die Suche nach der eierlegenden Wolfmilchsau" zeit eindeutig wie man in Gießen über Toleranz, Inklusion und Teilhabe denkt. ES IST EHER STÖREND. Man wird abgestraft wenn man behindert ist.
Ich halte den Einbau eines LEITSYSTEMS FÜR SEHBEHINDERTE UND BLINDE FÜR ABSOLUT ERFORDERLICH. Eine Barrierefreiheit so und so, gerade in Bezug auf die älteren Touristen mit ihren Rollatoren, Rollstühlen und Gehbehinderungen. Ich dachte eigentlich es wäre zwischenzeitlich Standaard das Fußwege an den entsprechenden Stellen abgesenkt werden und mit einem Halt-System für Blinde und Sehbehinderte ausgerüstet werden müssen. Anscheinend nicht. Oder ist das wieder so ein "Billig-Ding" wie am Marktplatz und am Berliner Platz wo alle paar Jahr4e die Fahrbahn mangels fehlener Belastbarkeit "abgeschrubbelt" werden muss.
Und das bei den geplanten Info-Stelen eine Sprachausgabe vorhanden sein sollte, ist doch wohl als absoluter Mindesstandard zu erwarten.
Vielleicht noch eine kleine Anmerkung zu der InfoStele am Marktplatz auf der "SWG"-Seite. Der Knopf für die Sprachausgabe ist für einen Blinden kaum zu finden, da er sich fast garnicht erfühlen lässt. Man muss hier immer "!die halbe Stehle" abwischen bis man ihn den endlich gefunden hat. Sehr schlecht durchdacht und konzipiert.
ZUSAMMENFASSUNG: Blindenleitsystem JA, Barierrefreiheit JA, Sprachausgabe an den InfoStelen JA, Berücksichtigung der Bedürfnisse Behinderter im Gießener Stadtbild UNBEDINGT JA.
ICH BIN KEINE MENSCH BEI DEM MAN NACH "DER EIERLEGENDEN WOLLMILCHSAU" SUCHEN MUSS. Ich möchte nur, wie jeder Andere auch, die Möglichkeit haben am sozialen Leben teilzuhaben.

MfG Rainer A. Lingner

Moderation MB

Kommentar der Moderation
ID: 279 24.05.2019 14:23

Der VCD Kreisverband Gießen e.V. übermittelt folgenden Kommentar:

"Klasse, dass das Fußgängerleitsystem kommen wird. Warum wurden aber Wege z.B. zum Bahnhof ausgewählt, die nicht barrierefrei sind? Gerade mit Gepäck, Kinderwagen oder Rollstuhl sind Treppen wie an der Ecke Lonystraße/Bleichstraße nicht geeignet. Wurde das Konzept mit dem Behindertenbeirat abgestimmt?"

Jan Fleischhauer

ID: 278 23.05.2019 15:14

Die Führung z.B. vom Marktplatz zum Bahnhof durch den Seltersweg und über das Elefantenklo ist nach meiner Ansicht nicht geeignet. Zum einen ist die Führung 140m länger als über die Bahnhofstraße und es müssen die Treppen des Elefantenklos bewältigt werden. Dies kostet mindestens 2 Minuten Umwegzeit. Der Weg über das Elefantenklo ist nicht barrierefrei. Für ortsunkundige Personen mit Rollator, Kinderwagen oder Gepäck bleibt unbekannt, dass man den Fahrstuhl im Karstadt nutzen könnte. An der Commerzbank gibt es gar keinen Fahrstuhl, so dass Personen mit Rollstuhl oder Rollator die Route gar nicht nutzen können. Die Routen vom Bahnhof/Mathematikum in die Innenstadt sollten daher über die Bahnhofstraße führen.

Die geplante Führung der Fußgänger z.B. zwischen THM und Bahnhof entlang der Wieseck ist 400m länger als der direkte Weg über den Marktplatz. Der Weg dauert mindestens 5 Minuten länger als der direkte Fußweg über Marktplatz und Bahnhofstraße. Er ist mit drei statt zwei (bei Führung über Bahnhofstraße) bzw einer (bei Führung über E-Klo) Ampelquerungen auch unattraktiver. Die gefühlte "soziale" Sicherheit zwischen Löberstraße und Alicenstraße ist eingeschränkt. Drei Tempo-50-Straßen (Bismarckstraße, Bleichstraße, Bahnhofstraße) müssen ungesichert gequert werden. An der Bleichstraße gibt es nur eine Treppe ohne Schieberampe für Kinderwagen, so dass die Route auch nicht barrierefrei ist. Voraussetzung für die Beschilderung wäre zumindest, dass die seit Jahrzehnten diskutierte Rampe zur Bleichstraße endlich gebaut wird. Insgesamt kann ich jedoch nicht erkennen, warum die längere Strecke ausgeschildert werden soll, statt die Zielführung wie beim Rathaus zu verwenden. Dies würde auch Schilder einsparen.

Insgesamt wäre es mehr als peinlich, wenn nicht barrierefreie Wege ausgewählt würden, obwohl es im Konzept heißt: "Die Informationsstelen sind so zu konzipieren, dass sie auch für Rollstuhlfahrer gut erreichbar und lesbar sind (Sichthöhen) und die entsprechenden Vorgaben / DINs zur barrierefreien Gestaltung erfüllen."

Es wäre schön, wenn für die Karten auf den Stelen (vgl. Seite 9) Karten verwendet würden, die nicht nur Straßen der Autos, sondern auch alle Gassen und Pfade zeigen. In Kooperation mit dem Vermessungsamt wurde z.B. 2014 schon der offizielle Stadtplan diesbezüglich verbessert.

Ich empfehle dringend, die Schilderstandorte mit der Straßenverkehrsbehörde abzustimmen. Die Anbringung der Beschilderung an folgenden Zeichen ist unzulässig:
1) Gefahrzeichen
2) Vorschriftszeichen
o VZ 201 – Andreaskreuz
o VZ 205 – Vorfahrt gewähren
o VZ 206 – Halt, Vorfahrt gewähren
o VZ 208 – Vorrang des Gegenverkehrs
o VZ 350 – Fußgängerüberweg
3) Vorfahrt regelnde Richtzeichen
o VZ 301 – Vorfahrt
o VZ 306 – Vorfahrtstraße
o VZ 308 – Vorrang vor dem Gegenverkehr
o VZ 330 – Ortstafel (Vorderseite)
o VZ 331 – Ortstafel (Rückseite)
Der Einzelwegweiserstandort 6 "Bahnhofstraße / Flutgraben" ist somit nicht zulässig. Auch die Einzelwegweiserstandorte 8 und 25 sind nicht zulässig.

An der Frankfurter Straße/Alicenstraße passt die Beschilderung nicht, da die Ampel seitlich versetzt ist. Hier ist Voraussetzung, dass die Ampel endlich in Höhe Alicenstraße versetzt wird, wie es der Radverkehrsentwicklungsplan seit 10 Jahren vorsieht. Sollte das nicht zeitnah passieren, müsste die Beschilderung angepasst werden.